Zwischenbrücken 4

Heindlmühle

Die Getreide- und Sägemühle ist eines der ältesten Gebäude Steyrs. Schon 1287 wurde als Besitzer Marquart Preuhafen (siehe Wappen) erwähnt.

Ftittenstampfe der Firma Sommerhuber

Früher wurden Ausgangsstoffe für die Glasurherstellung von den Hafnern meist selbst erzeugt. Zum Mahlen der Frittenbrocken-einem Schmelzprodukt aus Glasurrohstoffen- zu verarbeitbarem Mehl wurde eine Stampfe benötigt, die in zeitaufwendigen Mahlvorgängen die Fritte mittels Steinstößeln zerkleinert hat.

Im vorigen Jahrhundert haben die drei Steyrer Hafnereien in der sogenannten Heindl-Mühle am Zusammenfluß von Enns und Steyr eine gemeinsame, mit Wasserkraft betriebene Stampfe unterhalten. Nach der Schließung von zwei Hafnereien ging die Mühle in den alleinigen Besitz der Firma Sommerhuber über.

1882 erwarb Josef Werndl die „Heindlmühle“ –„Leopold-Werndl´sche Messerfabrik“ in Zwischenbrücken 4. Sie wurde zur Stromerzeugung, zur Erprobung von größeren Dynamos und zum Betrieb von Lichtmaschinen für die Beleuchtung bestimmter Waffenfabriks-Objekte eingerichtet.

Das Werk hatte zwei Turbinen mit 100 und 50 PS, die je nach Wassermenge einzeln oder zusammen benützt wurden. Es waren mehrere Primär-Dynamo-Maschinen zur Erzeugung des Stroms und eine Anzahl von Bogenlicht-Maschinen aufgestellt. Im Untergeschoß dieses Objekts waren 43 Fräs- und 20 Bohrmaschinen für die Bearbeitung von Oberringen und Magazinsgehäusen aufgestellt. (Hans Stögmüller, Josef Werndl und die Waffenfabrik in Steyr, 2010)

1884 war Steyr im Zuge der „Elektrotechnischen Ausstellung“ die erste Stadt Europas mit einer elektrischen Straßenbeleuchtung, deren Strom aus Wasserkraft hergestellt wurde.

In diesem Kraftwerk

Mächtiges kubisch proportioniertes drei- bzw. viergeschoßiges Bürgerhaus, im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert stammend. Bis auf die dreiachsiges Ostfassade je vierachsig. Fassadengestaltung um 1840 im Stil des Romantischen Historismus. West-, Süd- und die beiden südlichen Achsen der Ostfassade bis zum Wasserturm gleich gestaltet. Erdgeschoß glatt verputzt, die Fenster mit schlichten Umrahmungen. In der zweiten Achse von links der Südfassade genutetes Steinportal mit vergitterter Oberlichte. Zart profiliertes Kordongesims. Obergeschoße rieselverputzt mit großer rasterförmiger Faschengliederung. Die Fenster zusätzlich durch Faschen zusammengefasst und in Felder aufgeteilt. Zwischen erstem und zweitem Geschoß geputzte gotisierende Spitzbogenmotive. Fassadenabschluss durch reich profiliertes Kranzgesims. Nord- und nördlicher Teil der Ostfassade glatt verputzt. Fenster mit schlichten Umrahmungen, im ersten Obergeschoß mit Ohrenfaschen. Vertikale Faschen zwischen den Achsen bzw. im Bereich der Gebäudekanten. Gebäudeabschluss durch äußerst flaches Satteldach.

Datum der Unterschutzstellung: 18. November 1988 ObjektID: 38290

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