Stadtplatz 30

Siebensternehaus

Der spätgotische Torbogen und der im Hof befindliche Laubengang mit gedrehten Säulen stammen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Um diese Zeit besaß das Gebäude, dessen ältester Teil vielleicht noch dem 13. Jahrhundert angehört, das Geschlecht der Hainperger. In den Jahren 1468, 1495 und 1496 war Michael Hainperger Stadtrichter.

Im hinteren Teil des Hauses befand sich einst der „Salzstadl“

1573 – 1588 war es im Besitz des Handelsmannes Wolf Urkauf (Nägel, Sicheln und Gastgeb) und seiner Gattin Margarethe, geb. Preuenhuber

1695 kaufte das Stiftes Kremsmünster das Haus, 1734 erwarb es der Steyrer Baumeister und Bürgermeister Gothard Hayberger, der die sechsachsige barocke Scheinfassade vorsetzte, die von sieben Sternen mit den Planetenzeichen gekrönt wird, die im Mittelalter als die „Urkräfte der Schöpfung“ galten.

1747 erwarb es wiederum das Stift Kremsmünster, das vermutlich die Planetenzeichen anbringen ließ, da 1749 mit dem Bau der Sternwarte begonnen wurde.

Das Gebäude führte um 1825 die Bezeichnung Mautamt, um 1848 Zollamt und 1866 Hauptsteueramt.

Sonne – Gold

Merkur – Quecksilber

Venus – Kupfer

Mars – Eisen

Saturn – Blei

Jupiter – Zinn

Mond – Silber

Sogenanntes Sieben Sterne Haus. Mächtige Bürgerhausanlage bestehend aus Vorder-, Hinterhaus und Arkadenhof, im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammend. Viergeschoßiges sechsachsiges Vorderhaus mit geradem Fassadenabschluss. Stuckierte Fassade aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts. Im Erdgeschoß rundbogiges Portal aus dem 17. Jahrhundert. Über den Öffnungen des Erdgeschoßes Bandlwerkstuck. Die Obergeschoße werden durch Putzfelder mit mittigem Stuck, die seitlich durch pilasterähnliche Elemente begrenzt sind ober und unter den Fenstern vertikal zusammengefasst. Unterhalb des Kranzgesimses Kapitelle in Form von bärtigen Köpfen. Sieben steinerne Sterne, die für die damals bekannten Planeten stehen, als Fassadenabschluss. Langgestreckter spätgotischer Arkadenhof mit profilierten Konsolsteinen im Obergeschoß. Sogenannter Salzstadl im hinteren Grundstücksbereich, schlichter mehrgeschoßiger ehemaliger Speicherbau mit Krüppelwalmdach, im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammend.

Datum der Unterschutzstellung: 6. Juni 1978

Schulungsraum
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