Stadtplatz 20 / 22

Gasthaus „Zum weißen Adler“, Sparkasse der Stadt Steyr

Ursprünglich gab es hier zwei gotische Bürgerhäuser, „die dem neuen protzigen Gebäude der Sparkasse im Jahre 1900 weichen mussten.“ (Ingeborg Krenn)

Erster bekannter Besitzer war 1459 Hannß Hutter, 3. Mal Stadtrichter, ein vermögender Mann, „hat gewohnt am Platz, im Hauß, das jetzo die Eisengewerckschafft besitzt“. Nach seinem kinderlosen Tod haben Hannß und Caspar, die Zollner und deren Vetter Hannß Purchkürcher, Kaplan zu Hall am Anger sein Gut geerbt. (Valentin Preuenhuber S. 112)

Nach Hanns Zollner ging das Gebäude in den Besitz des Handelsmannes Hanns Fuchsperger und seiner Frau Lucretia geb. Egger von Neuhaus über. (Siehe Wappen)

Von 1543 – 1598 im Besitz der Händlerfamilie und Gastwirte Pfefferl zu Biberbach.

„In dem Hannes Adam Pfefferlischen Hauß am Platz, darin damal ein vornehmer Landl Steyrischer von Adel, Herr Hannes Friedrich von Stainach gewohnet, ging bei Nacht der Boden und Esterich oberhalb der Schlafkammer jähling ein.  In solch Gebrassel hat sich zwar gedachter von Stainach noch eilends aus der Kammer salvirt, seine Gemahlin aber, eine geborene Herrin von Rackniz, wurde im Bett übereilet und erschlagen; der tote Leichnam wurd in der Kirche beim Stain, nächst vor der Stadt begraben.“ (Valentin Preuenhuber, S. 333.)

Faktorey der k.k. Innerberger  Hauptgewerkschaft von1625 – 1869.

Im Haus Nr. 20 befand sich ab 1871 die „Alte Sparkassa“, ab 1893 die Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung K. Lintl.

Repräsentatives, breitgelagertes, dreigeschoßiges Bankgebäude mit neun Achsen, errichtet 1898 bis 1900 im neogotischen Stil. Die aus verputzten Steinquadern errichtete Fassade ist durch einen flachen dreiachsigen Mittelrisalit und zwei einachsige Eckrisalite gegliedert, die auf Konsolen ruhen. Über dem reich profilierten Spitzbogenportal mit mittigem Keilstein Zahnschnitt- und breiter Maßwerkfries. Im ersten Obergeschoß gekoppelte Spitzbogenfenster mit übergreifenden, auf vegetabil gestalteten Konsolen ruhenden Spitzbogen mit mittigen Rosetten. Die mit Giebeln und Dreipässen versehenen Seitenrisalite weisen im ersten Obergeschoß eisenvergitterte Fenster mit rundbogigen wappenbesetzten Sturzfeldern auf, darüber befinden sich Flacherker. Der Mittelrisalit wird in der Traufzone von einem Spitzbogenfries abgeschlossen und weist einen darübersitzenden maßwerkgegliederten Zwerchgiebel mit mittigem Vierpass und der Aufschrift „Sparcassa“ auf. Innenhof heute über dem Erdgeschoß überdacht. An der Rückseite des Vorderhauses Risalit mit drei gekoppelten Fenstern mit vegetabil ornamentierten Säulen und einer verzierten schräg verlaufenden Balustrade. Im ersten Obergeschoß genutete Fassaden mit überwiegend spitzbogigen Fenstern und Wappenkartuschen in den Sturzfeldern, im zweiten Obergeschoß glatte Wände mit gekoppelten Spitzbogenfenstern.

Datum der Unterschutzstellung: 31. Mai 1990

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