Stadtplatz 10

Gasthaus „Zum Braunen Hirschen“

1445 im Besitz von Truent Friedreich war es von 1522 – 1543 im Besitz der Familie Khernstock. (siehe Wappen)

Khernstockh Michael war Stadtrichter 1502-1506, 1509-1511, 1514-1515, Bürgermeister 1515,1516,1517.

Die große Bedeutung der Kernstock für das Innerberger Eisenwesen reicht weit zurück ins 15. Jh. Sie waren unter den Steyrer Verlagshäusern ziemlich die ersten, die sich in den Besitz von Hammerwerken setzten, um auf diesem Wege einen maßgebenden Einfluss auf die Eisenerzeugung zu gewinnen und sich die Ware zu sichern. Im Kampf der Zünfte gegen das Stadtregiment 1507-1512 gehörten sie zu den am meisten angefeindeten Ratsgeschlechtern (zusammen mit den Egerer, Guetprot und Flädarn) die unter Andreas Köllnpeck als Bürgermeister die Neuordnung der Stadtverwaltung unter Ablehnung der vor den Gewerbetreibenden angestrebten weitgehenden Mitwirkung bei der Verwaltung und insbesondere beim Eisenhandel durchzusetzen suchten. Der ausgebrochene Aufruhr wurde unterdrückt, die Rädelsführer, soweit sie nicht in der Flucht ihr Heil gesucht hatten, hingerichtet; damit hatten die Ratsgeschlechter den Eisenhandel vollkommen in ihre Hände bekommen und sich das Stadtregiment so dauernd gesichert, dass erst durch die Gegenreformation in der 2. Hälfte des 17. Jh. eine, allerdings sehr eingreifende, Änderung eintrat. (Pantz, Gewerken, S. 149)

Von 1575 – 1602 im Besitz des Eisenhändlers, Gastgeb und Bürgermeisters Hannss Muth und seiner Ehefrau Susanna geb. Händl. (siehe Wappen)

Bürgerhausanlage bestehend aus Vorder-, Hinterhaus und Arkadenhof, im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammend. Viergeschoßiges dreiachsiges Vorderhaus. Die drei Obergeschoße vorkragend, ruhend auf profilierten Kragsteinen, von denen einer von einem Pfeiler gestützt wird. Spätbarocke Fassadengestaltung Mitte des 18. Jahrhunderts, wobei die Achsen vertikal durch einfache Stuckelemente zusammengefasst, bzw. gegliedert werden. Gerader Fassadenabschluss. Innenhof mit hakenförmigem Arkadengang, dessen Pfeilerarkaden aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen. Im Inneren großteils modernisiert.

Datum der Unterschutzstellung: 20. Jänner 1970

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