Grünmarkt 8

1522 abgebrannt und wiederaufgebaut

Als erster bekannter Besitzer wird 1543 der Handelsmann Leonhard Griesauer genannt. Nach einer kurzfristigen Teilung des Besitzes (Wolf Homer und Hans Kriechbaurn) kam das gesamte Haus 1573 an den Eisenhändler Georg Fuchsjäger, 1597 an den Handelsmann Hans Mischer und von dessen Erben 1635 an den Handelsmann und Inneren Rat Georg Wernberger von Wernberg, der von 1641 -1645 auch Stadtrichter war.

Sein Vater, Sebastian, hatte schon 1572 den kaiserlichen Klappenbrief verliehen bekommen.

Georg Wernberger selbst erhielt am 18.7.1646 den rittermäßigen Adel mit dem Prädikat „Von Wernberg“und war mit Potentiana Preuenhueber verehelicht gewesen, die am 19. September 1656 in Steyr starb. Wernberger selbst starb am 19. Oktober 1666.

1694 ging das Haus an den Armaturverleger Benedikt Schöttel über.

Benedikt Schöttel stammt aus einer Bürgerfamilie, die im Zusammenhang mit der Innerberger Hauptgewerkschaft eine große Rolle spielte und schließlich 1796 in den Ritterstand erhoben wurde und seit 1727 Mitglied des Inneren Rates war. Um 1700 begann Schöttel mit der Erzeugung von Steinschloßmusketen.

Seine Waffenlieferungen im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts waren beträchtlich.

Er starb 1732 im 79. Lebensjahr.

Nach dem Tode des Benedikt Schöttel ging das Haus 1733 um 1.200 Gulden an den Handelsmann Johann Friedrich Furthmüllner über.

Der Vater des Genannten war lange Zeit im Äußeren und Inneren Rat der Stadt Steyr tätig gewesen. Furthmüllner starb am 12. November 1743.

Das Haus wurde 1763 an den aus Murnau in Bayern stammenden Johann Jakob Voith veräußert (gestorben 22. Jänner 1809). Voiths Witwe Barbara stammte aus der Steyrer Eisenhändlerfamilie Redtenbacher am Stadtplatz 39.

Dreigeschoßiges Bürgerhaus mit Krüppelwalmdach und kleinem Innenhof, im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammend. Die beiden fünfachsigen Obergeschoße stark vorkragend, ruhend auf profilierten Kragsteinen die von Pfeilern unterstützt werden. Fenster mit profilierten spätgotischen Steingewänden. Fassadengestaltung aus dem Jahr 1766. Reicher Stuckdekor, insbesondere über den Fenstern des ersten Obergeschoßes. In der Mittelachse zwischen 1. und 2. Obergeschoß in Stuckkartusche Fresko hl. Anna Selbdritt. Dreiachsiges Giebelgeschoß. Schlichter Innenhof mit Balkon über Korbbogen.

Datum der Unterschutzstellung: 18. Oktober 1965

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