Grünmarkt 28

Neutor

Als im Jahre 1524 die Neutorbrücke erstmalig gebaut wurde, dürfte die alte Bastei geschleift worden sein.

Bei der Brücke wurde ein Tor gebaut, das aber den Fluten des höchsten bisher stattgehabten Hochwassers im Jahre 1572 zum Opfer fiel.

Die Stadt ließ nun durch den berühmten Wasserbaumeister Hans Gasteiger aus mächtigen Quadern das „Neutor“ erbauen. Die Inschrift auf dem Tore, das vorerst als Schule verwendet wurde, deutet auf die Ursache der Erbauung hin. Sie lautet:

HaeC LoCa Vis anesl ex pIVVIa Dele Cerat Vrbls RIs qVarta Vt IVLII LVXIt In orbe Dies. Insta Vrata taMen Cernls n VnC a VspICe Christo; Pro plebe ergo pia faC pia faC pia Vota feras.

Die Übersetzung: Die Gewalt der Enns hatte diesen Platz der Stadt des Regens wegen weggerissen, als der 8. Tag (zweimal der 4. Tag) des Juli auf der Erde leuchtete. Jedoch siehst Du es jetzt wieder hergestellt mit Hilfe Christi; tue also für das Volk fromme (Taten), bringe fromme Gelübde dar.

In den Neubau wurde auch das Reichenschwallertor einbezogen, welches den Abgang zur Bindergasse vermittelte. Es hat früher Truhtor (von Truh = Falle) geheißen, offenbar weil es ein Fallgitter besaß. Auch Nau- oder Seilertor wurde es genannt.

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