Enge Gasse 31

Nothaft Haus

Vor 1540 kaufte der reiche Nürnberger Eisenwarenhändler Chounrat (Kunz) Horn das Haus in der Enge Gasse 31.

„Die Ortschaft Vogelsang ist auch in geschichtlicher Beziehung auf den früher durch einen fremden Kaufmann aus Nürnberg herbeygeführten ersten Handel mit Eisen und Stahlwaren, ins deutsche Reich „nahmens Kunz Horn“ 1489 dadurch merkwürdig, und zum bleibenden Gedächtnise, weil dieser benannte Kaufmann ein Schreiberhaus selber Zeit im Gesange erbaute, und mehrere fromme Stiftungen zur Stadtpfarrkirche aus Dankbarkeit für seine glücklichen Handelsgeschäfte mit Steyr errichtete, wodurch er selbst in guten Wohlstand versetzt wurde. Dermahlen besteht dieses Schreiberhaus nicht mehr, wohl aber noch gut erhalten steht eine marmorne Denksäule der Heiligen Dreyfaltigkeit gewidmet von 1487 auf dem Langseppenberg.“ (Josef Löw, 1832)

„Kunz Horn von Nürnberg lässt das gemauerte Kreuz im Aichet aufrichten. Und wie an dem Wappen in der Figur in Marmorstein gehauen, abzunehmen, hat solches Kreuz Kunz Horn dahin setzen lassen. Er war ein vornehmer Handelsmann zu Nürnberg, der grosse Kauffmannschaft und Gewerb mit Steyrischen Messern, und anderen Eisen-Waaren, geführet. Daher hat er sich offtermahls persönlich allhie enthalten, auch ein eigenes Haus im Voglsang erbauet, welches er hernach seinem gewesten Diener, Leonhardten Röberer, geschenckt. Er hat etliche Geschäfft zur hiesigen Pfarr-Kirchen, und dem Prediger-Closter gethan, und alldahin den grossen messingen Leuchter, der noch daselbst in der Kirchen hängt, verehret. An gemeldeten Creuz ist auch seines Weibs Wappen zu sehen, welche eine Rumplin, eine Geschlechterin von Nürnberg gewest.“ (Valentin Preunhuber, 1740)

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gehörte das Haus dem Bürger Hanns Vorster (siehe Wappen) und nach 1563 der Familie Reischko.

Matthias Reischko, vermählt mit der Augsburgerin Felicitas Groß, war Ratsbürger, sein Sohn Hans, der nach Venedig handelte, versah das Stadtrichteramt in den Jahren 1601 und 1602. (Siehe Wappen)

 In der Zeit der Gegenreformation dürfte er nach Regensburg ausgewandert sein.

Seit 1847 ist die Familie Nothaft Besitzer des Gebäudes.

Bürgerhausanlage bestehend aus Vorder-, Hinterhaus und Arkadenhof. Viergeschoßiges fünfachsiges, im Kern aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts stammendes Vorderhaus. Erdgeschoßöffnungen mit spätgotisch profilierten Steingewänden. Erstes und zweites Obergeschoß vorkragend, auf profilierten Kragsteinen ruhend. Unter den Fenstern des ersten Obergeschoßes durchgehendes steinernes spätgotisches Maßwerkband. Alle Fenster mit spätgotischen Steingewänden. Gebäudekanten durch Eckquaderungen betont. Abschließendes schlichtes dreiachsiges Geschoß vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Länglicher Innenhof mit spätgotischen Arkaden an zwei Seiten. Mächtige qualitativ hochwertige Fassade am Ennskai, viergeschoßig, fünfachsig. Hohes Erdgeschoß mit mittig situiertem abgefasten Rundbogenportal mit Oberlichte. Mittelachse durch einachsigen dreigeschoßigen Erker, auf profilierten Steinpfeilern ruhend, betont. Unter dem Fenster des ersten Obergeschoßes Abfolge von sieben Wappenfeldern. Fenster des ersten und zweiten Obergeschoßes mit profilierten spätgotischen Steingewänden, im ersten Obergeschoß mit Steinkreuz. In diesen beiden Erkergeschoßen Renaissance-Sgraffito Quaderfelder. Die restlichen Fenster des ersten Obergeschoßes spätgotisch profiliert. Insgesamt drei vermauerte kleine spätgotische Fensteröffnungen in den beiden Obergeschoßen. Abschließendes Geschoß mit geschlossenen Fensterläden.

Datum der Unterschutzstellung: 7. Juli 1958

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