Berggasse 79/Pfarrgasse 16

im Khirichweg, in der Khirchgassen; aufm Perg

1522 abgebrannt und wieder aufgebaut.

Ursprünglich 2 Häuser (Vorderhaus Pfarrgasse, Hinterhaus Berggasse).

Pfarrgasse 79

Das Vorderhaus war 1441 im Besitz des Berichthold Rarmoser, bis 1482 im Besitz der Flößerzeche.

Stiftungen, Nr. 3/C/Nr. 1: Die Flößerzeche stiftet 1482 zum Bürgerspital ein Haus in der Stadt an der oberen Zeile „im Khürchweg nechst deß Jacob schlosser vnd Messnerhauß vber gelegen“ und viele Zehenten und Güter. Dafür sollte ein Kaplan für sie, ihre „vorfordern vnd alle einverleibte brüeder vnd Schwester“ wöchentlich fünf Messen in der Stadtpfarrkirche auf dem St.-Nicolaj-Altar lesen, alle Feierabend bei der Vesper und alle Feiertage beim Umgang im Chorrock beiwohnen. Bei Krankheit sollte er zwei Messen lesen lassen, bei Gesundheit für jede unterlassene Messe am nächsten Sonntag 32 d an die Sondersiechen geben. Bei häufiger Pflichtversäumnis mahnte ihn zuerst der Abt von Garsten, dann der Fürstbischof von Passau, bei dem er sich auch nach der Ernennung zu präsentieren hatte. Ende des 15. Jahrhundert diente es als Wohnung für den Kaplan der Flößerzeche.

Später gehörte es dem Tischker Veyt, dann bis 1519 Rottaller Casspar.

Das Hinterhaus war von 1455 – 1519 im Besitz der Schlosserfamilie „Slosser der Jacob“ und Schlosser Lucas.

1543 Vereinigung durch den Maler Fellinger Peter, von 1566 – 1583 im Besitz des Schwertschmiedes Hueber Hanns.

1747 – 1783 durch Kauf an den Abmesser und Nachtwächter Schwödiauer Martin und Magdalena, dann an den Berufskollegen Wämpl Wolfgang und Magdalena, geb. Kleingterin.

Von 1789 – 1848 im Besitz von Abmessern.

Berggasse 16

Doppelgiebeliges Bürgerhaus mit Krüppelwalmdächern von der Pfarrgasse bis in die Berggasse reichend, im Kern aus der Spätgotik stammend. Fassade Pfarrgasse fünfachsig, zweigeschoßig. Erdgeschoß durch Schaufenstereinbauten, links eckig, rechts rundbogig ausgeführt, neuzeitlich verändert. Über dieser Zone haben sich eine trapezförmige Oberlichte, eine Rundbogenöffnung sowie ein steinernes quadratisches Fenstergewände erhalten, alle Öffnungen mit Putzumrahmungen. Im ersten Obergeschoß rechts zwei profilierte große steinerne Fenstergewände. Zwischen diesen Fenstern eine kleine übereck gestellte Öffnung mit Putzumrahmung. An der Fassade hat sich eine sgraffitoähnliche Bemalung aus dem 4. Viertel des 16. Jahrhunderts erhalten. Betonung der Gebäudekanten durch Eckquader, Horizontalfasche zum Giebelgeschoß, Architekturumrahmung der beiden Giebelgeschoßfenster sowie der beiden rechten Fenster des ersten Obergeschoßes. Schlichte Fassade zur Berggasse, eingeschoßig, fünfachsig, rieselverputzt. Sämtliche Öffnungen mit glatten Umrahmungen. Die Fenster des Erdgeschoßes vergittert. In den beiden Giebeln je eine Fensteröffnung, im linken Giebel links zusätzlich eine eckige Speichertüre.

Datum der Unterschutzstellung: 11. Dezember 1990

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